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“Vegetarische Currywurst”, “vegetarische Salami” und Co.: Meica, Rügenwalder Mühle und andere Fleischproduzenten haben so etwas längst im Angebot. Fand man vegetarische Produkte früher nur von kleinen Spezialherstellern im Bioladen oder Reformhaus, so haben die Fleischhersteller den Trend längst erkannt und bringen eigene vegetarische Fleischersatzprodukte in die Supermärkte. Doch was halten bewusste Konsumenten von den vegetarischen Konzepten der etablierten Fleischhersteller? Dazu hat Oeeda in Zusammenarbeit mit Bonsai Research einen Teil der 1,6 Millionen Nutzer von CodeCheck, der führenden Community für bewusste Konsumenten im deutschsprachigen Raum, befragt.

Veggie um jeden Preis?

Es ist ein Streit, der die Community der Vegetarier spaltet: Veggie um jeden Preis, auch vom Fleischhersteller? fragt beispielsweise das Portal Evidero. In einem lesenswerten Pro- und Contra-Beitrag heißt es dort: “Je mehr Fleischersatzprodukte es auf dem Markt gibt, desto eher sind auch ‘eingefleischte’ Fleischesser dazu geneigt, es einmal mit einem Ersatz zu probieren.” Umgekehrt heißt es bei Evidero als Gegenargument: “Die meisten Fleischersatzprodukte wurden von kleinen Nischenunternehmen entwickelt, verbessert und angepasst, welche jetzt Umsatzeinbußen erfahren, da die großen Massenkonzerne in die Nischen eingreifen.” Rein vegetarische Hersteller hätten sich hingegen meist aus ethischen Gründen dafür entschieden und ein Kauf ihrer Produkte gehe einher mit Kritik an Massentierhaltung, was man bei etablierten Fleischproduzenten nicht behaupten könne.

50 Prozent sehen Fleischhersteller-Engagement positiv

Diese Beobachtung deckt sich auch mit den Ergebnissen aus den neuen Oeeda Insights. Die Hälfte der befragten bewussten Konsumenten ist dem Veggie-Engagement der Fleischkonzerne positiv aufgeschlossen. 50 Prozent der Befragten antworten mit “sehr gut” oder “eher gut” auf die Frage “Etablierte Hersteller von Fleischprodukten bieten inzwischen auch vegetarische Fleischvarianten an. Wie gefällt Dir dieses Konzept?” Allerdings sehen auch stolze 40 Prozent das Engagement negativ und 10 Prozent haben sich dazu noch keine Gedanken gemacht.

Für und Wider von Fleischersatzprodukten

Positiv aus Sicht der befragten Vegetarier: Sie beschreiben das Konzept als wegweisend, außerdem werde der Umstieg von Fleisch zu vegetarischer Ernährung erleichtert, da für Fleischesser Alternativen geboten werden, die den vertrauten Fleischprodukten ähneln. Durch solche Produkte könnte zudem der Fleischkonsum generell gesenkt werden. Den befragten Vegetariern gefällt es hingegen weniger, wenn diese Produkte von Fleischproduzenten hergestellt werden. Außerdem geben sie an, dass Ersatzprodukte ggf. unnötige Inhaltsstoffe enthalten. Die lesen sich z.B. beim Produkt “Meica Curry King Echt Veggie” laut der Datenbank von Codecheck so: 55% Vegetarische Bratwurst [35% Sojaproteinzubereitung (Trinkwasser, 23% Sojaproteinkonzentrat), Rapsöl, Trinkwasser, Weizeneiweiß, Hühnereiklar getrocknet, Speisesalz, Gewürze, Kräuter, Milchzucker, Milcheinweiß], Curry-Sauce [Trinkwasser, Tomatenmark, Zucker, Branntweinessig, Apfelmark, modifizierte Stärke, Salz, Gewürze, Verdickungsmittel: Guarkernmehl,  Johannisbrotkernmehl], Currypulver (extra Tütchen). Eine ganz schön lange Liste an Mischmasch.

Kein Anreiz zum Umstieg für Fleischesser

Im Rahmen der Studie wurden auch Personen befragt, die selbst Fleisch konsumieren und somit keine Vegetarier sind: Sie sehen für solche Fleischersatzprodukte keine Notwendigkeit, denn ein Fleischverzicht sollte aus ihrer Sicht bewusst stattfinden.

Doch gerade Fleischersatzprodukte bergen den Widerspruch, dass sie Fleischprodukten äußerlich ähneln – dann droht die Gefahr, dass die Verbraucher an der Kühltheke gleich wieder zum Original mit Fleisch greifen. Ein bewusster Verzicht ist oftmals eher durch eine Ernährungsumstellung auf mehr Gemüse und andere Produkte möglich. Und der Sinn von Produkten wie “vegetarischer Currywurst” oder “vegetarischer Bolognesesauce” erschließt sich vielen Verbrauchern nicht.

Insgesamt haben es etablierte Fleischhersteller laut den Oeeda Insights nicht leicht, vegetarische Produkte zu etablieren: Betrachtet man als Beispiel ein Fleischersatzprodukt eines bekannten Wurstproduzenten, geben immerhin 43 Prozent der Befragten zwar an, dass dieses eher gut zur Marke passe. Dennoch würde es ein Großteil der gesundheitsbewussten Konsumenten eher nicht kaufen (75 Prozent). Besonders bei Verbrauchern, die bereits Vegetarier sind, findet das Produktbeispiel wenig Anklang.

Offenbar gibt der Widerspruch “Fleischersatzprodukte von Fleischherstellern” auch den Unternehmen zu denken: Vor kurzem hat die Wurstmarke Herta ihre erst Anfang 2016 eingeführten vegetarischen Produkte wieder vom Markt genommen – offenbar kamen sie bei der Community nicht gut an. Stattdessen setzt Nestlé, der Konzern hinter Herta, nun voll auf die reine Veggie-Marke Garden Gourmet, bei der Verbraucher keine direkte Assoziation mit einem Wurstproduzenten herstellen können.

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Methodik: Für die Oeeda Insights wurden in Zusammenarbeit mit Bonsai Research Ende Juli 2018 insgesamt 741 Nutzer von CodeCheck online befragt. 575 Nutzer füllten die Erhebung komplett aus.